Sechskantschrauben mit Flansch und Sperrverzahnung ähnlich DIN 6921-SV
Sechskantschrauben mit Flansch und Unterkopfverzahnung ähnlich DIN 6921-SV repräsentieren eine hochspezialisierte Weiterentwicklung klassischer Flanschschrauben. Diese innovativen Befestigungselemente kombinieren die bewährten Vorteile der Flanschkonstruktion mit einer integrierten Sperrverzahnung, die zusätzliche Schraubensicherung überflüssig macht und selbstständiges Lockern zuverlässig verhindert.
Konstruktionsmerkmale
Das charakteristische Merkmal dieser Schrauben ist die präzise gefräste Sperrverzahnung an der Unterseite des Flansches. Diese scharfen, radialen Zähne graben sich beim Anziehen in die Werkstückoberfläche ein und erzeugen eine formschlüssige Verbindung, die Drehbewegungen zuverlässig blockiert. Der integrierte Flansch vergrößert die Auflagefläche erheblich und verteilt die Anpresskräfte gleichmäßig. Die Kombination aus vergrößerter Kontaktfläche und mechanischer Verzahnung schafft eine außergewöhnlich sichere Verbindung. Der sechseckige Kopf ermöglicht die Verwendung standardisierter Werkzeuge bei hohen übertragbaren Anzugsmomenten.
Materialqualitäten
Die Schrauben sind sowohl in A2- als auch in A4-Edelstahl verfügbar. A2-Edelstahl (1.4301/1.4307) bietet ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit für Standardanwendungen mit guten mechanischen Eigenschaften und ausreichender Härte für die Sperrverzahnung. Die austenitische Struktur gewährleistet hohe Zähigkeit auch bei wechselnden Belastungen. A4-Edelstahl (1.4401/1.4404) mit seinem erhöhten Molybdängehalt zeigt überlegene Korrosionsbeständigkeit in aggressiven Umgebungen und ist speziell für Marine-, Chemie- und Offshore-Anwendungen entwickelt. Beide Materialien sind vollständig nicht-magnetisch und lebensmittelecht.
Anwendungsgebiete
Diese Sicherheitsschrauben bewähren sich besonders in: Vibrationsbeanspruchten Maschinenverbindungen, Automotive- und Nutzfahrzeugbau, Schienenfahrzeugtechnik und Transportwesen, Windkraftanlagen und Energietechnik, Pumpen- und Antriebstechnik, Prüfstände und Versuchseinrichtungen, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffs- und Offshore-Technik, Chemische Industrie und Anlagenbau, Medizintechnik und Präzisionsgeräte. Überall dort, wo höchste Zuverlässigkeit gegen Lockern gefordert ist, sind sie unverzichtbar.
Technische Vorteile
Die integrierte Sperrverzahnung eliminiert die Notwendigkeit zusätzlicher Sicherungselemente wie Federringe, Zahnscheiben oder Schraubensicherungsmittel. Dies reduziert Teilezahl, Montagezeit und Kosten erheblich. Die mechanische Formschlüssigkeit wirkt bereits bei geringen Anzugsmomenten und ist unabhängig von Reibungskoeffizienten oder Oberflächenbeschaffenheit. Die vergrößerte Flanschauflagefläche reduziert Flächenpressung und schont empfindliche Oberflächen. Die Kombination aus Flansch und Verzahnung verhindert sowohl axiales Setzen als auch rotationales Lockern zuverlässig.
Montagehinweise
Die Werkstückoberfläche unter dem Flansch sollte sauber und eben sein für optimale Verzahnungswirkung. Verwenden Sie passende Sechskantschlüssel entsprechend der Norm-Schlüsselweite. Das Anziehen sollte gleichmäßig und kontrolliert erfolgen, da die Verzahnung bereits bei moderaten Drehmomenten greift. Vermeiden Sie übermäßiges Anziehen, da dies die Verzahnung beschädigen kann. Bei weichen Materialien kann die Verzahnung tief eindringen - prüfen Sie die Eignung für Ihr spezifisches Material. Nach der Montage ist eine Sichtkontrolle der Verzahnungswirkung empfehlenswert.
Unterkopfverzahnung-Technologie
Die Sperrverzahnung ist als radiale Zahnstruktur an der Flanschunterseite ausgeführt und präzise so dimensioniert, dass sie bei normalen Anzugsmomenten zuverlässig greift ohne das Werkstück zu beschädigen. Die Zähne sind asymmetrisch geformt mit scharfen Angriffskanten in Drehrichtung und flachen Flanken in Gegenrichtung. Dies ermöglicht kontrolliertes Anziehen bei gleichzeitiger maximaler Sicherung gegen Rückdrehung. Die Verzahnungsgeometrie ist optimiert für verschiedene Werkstoffhärten und bietet auch bei beschichteten Oberflächen zuverlässige Wirkung.
Vibrationssicherheit
Die mechanische Verzahnung bietet überlegene Sicherheit gegen vibrationsbedingtes Lockern im Vergleich zu reibungsbasierten Sicherungsmethoden. Selbst bei Hochfrequenzvibration, Temperaturwechseln oder Setzerscheinungen bleibt die formschlüssige Verbindung bestehen. Die Verzahnung ist unempfindlich gegenüber Schmierstoffen, Feuchtigkeit oder anderen Umgebungseinflüssen, die herkömmliche Reibschlussverbindungen beeinträchtigen können. Langzeittests bestätigen die Zuverlässigkeit auch bei Millionen von Lastzyklen. Die integrierte Bauweise eliminiert Ausfallrisiken durch verlorene oder verschlissene separate Sicherungselemente.
Anwendungsgrenzen
Die Verzahnung kann bei sehr weichen Werkstoffen zu tief eindringen und Beschädigungen verursachen. Bei extrem harten Oberflächen über 300 HV kann die Verzahnung nicht ausreichend greifen. Beschichtete oder eloxierte Oberflächen können durch die Verzahnung durchdrungen werden. Für demontierbare Verbindungen ist die Wiederverwertbarkeit begrenzt, da die Verzahnung bei jedem Lösen beschädigt wird. Bei sehr hohen Temperaturen über 300°C können Festigkeitsverluste auftreten. Punktschweißen oder thermische Nachbehandlung ist aufgrund der Verzahnungsgeometrie nicht möglich.
Qualitätsmerkmale
Die Fertigung erfolgt in Anlehnung an DIN 6921-SV mit zusätzlichen Qualitätsstandards für die Verzahnungsgeometrie. Jede Verzahnung wird auf Schärfe, Winkel und Tiefe geprüft. Die mechanischen Eigenschaften entsprechen ISO 3506 für nichtrostende Verbindungselemente. Spezielle Belastungstests verifizieren die Losbrechwerte und Wiederlösbarkeit. Die Korrosionsbeständigkeit wird durch erweiterte Salzsprühtests nach ISO 9227 bestätigt. Vibrationstests nach relevanten Industrienormen bestätigen die Lockerungssicherheit. Umfassende Dokumentation gewährleistet vollständige Rückverfolgbarkeit aller Qualitätsparameter.